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Erleben & Entdecken

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Dieser Anblick! Ich bin jedes Mal aufs Neue überwältigt von Primošten. Nun habe ich das ehemalige dalmatinische Fischerdorf  an einem sonnigen Oktobertag besucht. Und ja, es war fast Badewetter – zumindest bis zu den Knien.

Doch was macht Primošten so einzigartig? Der Ort, 27 km südlich von Šibenik, ruht auf einem malerischen, ehemaligen Inselchen! Dieses wurde durch einen Steg mit dem Festland verbunden. Bekannt ist der Ort, neben seiner malerischen Lage, vor allem für seine Strände. Und für seine Weinberge in der Umgebung, in denen der autochthone Rotwein Babić gedeiht.

In Primošten selbst lässt es sich schön durch die steingepflasterten Gassen bummeln, ein Eis essen und in einem der vielen Restaurants den Abend ausklingen lassen. Wunderbar entspannt ist ein Bummel entlang der Uferpromenade: Von dort fällt der Blick auf unzählige Segelboote auf der Adria – und auf einen unvergesslichen Sonnenuntergang.

Bank an der Uferpromenade von Pirmošten
So wunderbar ruhig geht es an der Uferpromenade in Primošten in der Nachsaison zu (Foto: Veronika Wengert).

Geparkt wird außerhalb, denn die Altstadt ist autofrei. Es gibt einen größeren Parkplatz bei der Einfahrt in die Stadt, sowie Stellplätze entlang der Uferpromenade Ulica Bana Josipa Jelačića, die in der Saison jedoch kostenpflichtig sind. Für eine Stunde Parken in Primošten muss man 10 (Nebensaison) bis 20 Kuna (Hauptsaison) einplanen. Bis zur Altstadt sind es nur wenige Gehminuten.

Parkschild in Primošten
Außerhalb der Hauptsaison parkt man in Kroatien meist ein wenig günstiger. Das gilt auch für Primošten (Foto: Veronika Wengert).

Wunderschöne Strände machen Primošten zu einem beliebten Badeort in Kroatien

Diesen Strand mit feinem Kiesel und Sand findet man vor dem Zugang zur Altstadt: Die Stelle war früher zunächst eine Zugbrücke, dann eine Brücke und wurde schließlich zu einem Damm ausgeweitet. Lässt man die Altstadt von Primošten hinter sich,  wird der Strand breiter – und bietet viele Freizeitmöglichkeiten wie Tretbootverleih.

Stadtstrand Primosten (Foto: Veronika Wengert)
Ein wunderbar leerer Strand und strahlender Sonnenschein – das gibt es außerhalb der Saison. Selbst im Oktober ist das Wasser hier noch rund 22 Grad Celsius warm (Foto: Veronika Wengert).

Durch das kleine Stadttor hindurch, gelangt man zu einem Platz mit Cafés, Restaurant und der Touristeninformation Primošten (Turistička zajednica općine Primošten), dem Trg biskupa Josipa Arnerića. Romantiker zweigen links ab zur Uferpromenade, die den Altstadthügel umrundet, und sichern sich einen schönen Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten.

Stadttor von Primošten.
Das Stadttor führt in die Altstadt von Primošten direkt auf  den nach einem Bischof benannten Platz (Foto: Veronika Wengert).

Wer sich zunächst einen Überblick über die Altstadt verschaffen möchte, sollte den Platz überqueren: Zwei Straßen ziehen sich am gegenüberliegenden Ende  den Hang hinauf und führen zum höchsten Punkt der Stadt. Die Ulica Svetog Jurja linkerhand zweigt in die Ulica Put Briga ab, an einigen Restaurants und Souvenirgeschäften vorbei – unter anderem am empfehlenswerten Imbiss GIRICA. Dessen Spezialität sind frittierte kleine Fische („girice“), die mit fluffigem Weißbrot serviert werden.

Schild Imbiss Primosten
Kleine frittierte Fische sind die Spezialität des Hauses im „Girica“ (Foto: Veronika Wengert).

Vom Altstadthügel hat man den schönsten Ausblick auf Primošten

Die Straße zieht sich weiter bergan zu einem Highlight, das Ihr keinesfalls verpassen solltet: Die Kirche des hl. Georg (Sveti Juraj) thront mit ihrem mächtigen Kirchturm oben auf dem höchsten Punkt der Altstadt. Errichtet wurde sie im 15. Jh. Ein Blick in die Kirche lohnt aufgrund des schönen Deckenmalerei und aufgrund eines schmucken Seitenaltars (oftmals nur am Vormittag oder zu den Gottesdiensten geöffnet).

Primosten - Kirche Sv. Juraj
Enge Gassen führen zur Kirche Sveti Juraj hinauf (Foto: Veronika Wengert).

Neben der Kirche befindet sich ein Friedhof mit einem traumhaften Ausblick auf die Adria und die Landzunge Raduča, auf der sich auch das Hotel Zora erstreckt – das einzige in der Stadt. Die beiden beliebten Strände Velika und Mala Raduča in Hotelnähe sind im Sommer gut besucht.

Friedhof Primosten
Friedhof mit Meerblick: Neben der Kirche Sv. Juraj befindet sich eine letzte Ruhestätte in prächtiger Lage (Foto: Veronika Wengert).

Läuft man die Ulica Rudina Biskupa Josipa Arnerića hinunter, kommt man an mehreren sehenswerten Natursteinhäusern vorbei. Einige haben charmante Hinterhöfe, teils mit üppigem Grün, teils ein wenig verwunschen und vergessen. Achtet doch einmal auf die steingedeckten Dächer, die ohne Mörtel und Co. aufgeschichtet wurden. Was für eine Leistung!

Altes Haus in Primosten
Natursteinhaus in der Altstadt von Primošten (Foto: Veronika Wengert).

Ein Abstecher zu den berühmten Weingärten von Primošten lohnt sich

Wieder unten, lohnt sich ein Abstecher zu den Weingärten von Primošten in Bučavac Veliki, etwa 3 km südlich: Das besondere dieser eigentlich unwegsamen, schwer zu bewirtschaftenden Fläche ist deren Parzellierung. Die Weingärten werden von Trockenmauern umzäunt und sind in 56 kleine Parzellen unterteilt. Aus der Vogelperspektive wirkt das besonders malerisch – sicher habt Ihr schon ein Foto davon gesehen. Die Weingärten sind so berühmt, dass sie für das Unesco-Weltkulturerbe vorgeschlagen wurden. Ein kleiner Weg führt von der Marina Kremik dorthin. Dort könnt Ihr auch parken (gegen Gebühr). Die Weingärten sieht man von der Marina aus besonders gut, ein Pfad führt auch dorthin – im Oktober waren die Reben allerdings schon geerntet.

Genug gesehen? Was liegt nun näher, als den Abend bei einem Glas Babić in einem der Restaurants in Primošten ausklingen zu lassen? Življeli.

Auf der Geschenkeliste der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle fand sich auch ein Wein aus Kroatien, konkret aus Ilok: Der preisgekrönte Traminer ist am britischen Hof schon so etwas wie ein alter Bekannter. Doch wie kommt der Weißwein aus dem Osten Kroatiens zu diesen Ehren?

Ilok ist ein beschauliches Grenzstädtchen, ganz im Osten von Kroatien. Weiß verputzte Häuser mit Ziegeldächern drängen sich auf sanften Hügeln nebeneinander. Am anderen Ufer der Donau, die hier ihr mächtiges Flussbett ausbreitet, erstreckt sich das serbische Städtchen Bačka Palanka.

Wer nach Ilok reist, kommt wegen der Donau. Und wegen der Weine: Vor allem die weißen Sorten genießen in ganz Kroatien einen guten Ruf. Dazu sollen die fruchtbaren Hänge direkt an der Donau beitragen, denen ein besonderes Mikroklima nachgesagt wird.

Doch nicht nur im eigenen Land kennt man Sorten wie Traminer (Traminac) oder Welschriesling (Graševina) aus Ilok: Der bekannteste Weinproduzent des Städtchens, Iločki podrumi (Weinkeller von Ilok), pflegt – seit nunmehr 65 Jahren – eine ganz besondere Beziehung zum britischen Königshaus. Die Weine von Iločki podrumi sind sogar die einzigen aus Kroatien, die auf der offiziellen Weinkarte der britischen Königsfamilie gelistet werden.

Ein guter Tropfen für das Brautpaar

Frischen Wind bekam die Verbindung zwischen der Weinkellerei und den britischen Royals nun durch die Hochzeit von Prinz Harry und seiner bürgerlichen Verlobten, Meghan Markle. Das Brautpaar, das am 19. Mai geheiratet hat, bekam nämlich ein Weinpräsent aus Ilok. Konkret: Mit einem Traminer Beerenauslese (Traminac izborna berba bobica) Jahrgang 2015, der limitierten Linie Principovac.

Ein vergleichbares Geschenk bekam schon Harrys älterer Bruder, Prinz William bei seiner Hochzeit mit Kate Middleton 2011 aus Ilok überreicht: Einen Traminer Eiswein (Traminac ledena berba) Jahrgang 2007. Dieser Wein erhielt übrigens die meisten Medaillen, die ein kroatischer Wein jemals erhalten hatte. Auf der renommierten Weinmesse Decanter 2016 konnte sich diese Kategorie Prädikatweine, gemeinsam mit dem Jahrgang 2011, gegen gar 17.000 Weine aus aller Welt durchsetzen – und wurde mit der Platinum-Medaille ausgezeichnet.

Nachfolgend ein guter Querschnitt, was es in Ilok alles zu sehen gibt:

Eine lange Geschichte verbindet den Wein aus Ilok mit den Royals

Der goldgelbe Traminer aus Ilok wird umgangssprachlich gelegentlich auch „königlicher Traminer“ genannt, auf Kroatisch „kraljevski traminac“. Das hat einen konkreten Grund: Dieser Weißwein wurde bereits 1953, bei der Krönung von Queen Elizabeth II. ausgeschenkt – und war eine der wenigen Sorten aus dieser Region Europas.

Wie der Wein aus Ilok damals den Weg nach Großbritannien gefunden hatte, ist nicht ganz geklärt. Selbst in den Kellerei Iločki podrumi kennt man nicht alle Auswahlkriterien der britischen Weintester. Es wird spekuliert, dass der Jahrgang maßgeblich dazu beigetragen haben könnte: 1947 sei nämlich das Hochzeitsjahr von Elizabeth und Phillip gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung von Iločki podrumi. Also soll bei der Krönung dieser Jahrgang ausgewählt worden sein, so eine mögliche These.

Eine Flasche des Jahrgang 1947 bekamen schließlich auch Prinz Charles und Herzogin Camilla bei einem offiziellen Besuch vor zwei Jahren in Kroatien überreicht. Überhaupt soll es vom Jahrgang 1947 nur noch 89 Flaschen geben, der in den historischen Alten Weinkellern von Ilok lagert. Die Flaschenweine haben natürlich ihren Preis: Der Wert wird laut der kroatischen Tageszeitung Jutarnji list mit 55.000 Kuna (etwa 7.400 Euro) angegeben – pro Flasche.

 2000 Jahre Weinanbau in Ilok

Neu ist die Weinregion nicht: Bereits vor fast zwei Jahrtausenden wurden Rebstöcke in Syrmien (kroat. Srijem) bestellt, wie die Landschaft um Ilok heißt – zunächst unter illyrischer, später unter römischer Herrschaft. Den Grundstein für die moderne Weinherstellung legte allerdings erst Nikolaus von Ilok (Nikola Iločki): Der Banus ließ 1450 an Stelle der römischen Festung Cuccium ein Schloss mit unterirdischem Weinkeller errichten – was damals ein Novum war.

Entsprechend wird die Jahreszahl 1450 als Grundstein des heutigen Unternehmens angesehen. Das Datum findet sich auch auf Flaschenetiketten von Iločki podrumi.

Die italienische Adelsfamilie Odescalchi, die im 17. Jh. in Ilok das Sagen hatte, trug ebenfalls zur Modernisierung der Weinproduktion bei: Händisch verlesene, reine Sorten, neue Technologien und die Flaschenabfüllung auf dem eigenen Anwesen. Das war damals neu und wird bis heute fortgeführt, wie das Weinetikett von Iločki podrumi informiert. Die Abfüllung des Weins auf dem eigenen Anwesen sollte übrigens Zwischenhändler vermeiden, die den Wein verfälschen könnten, so der ursprüngliche Gedanke.

Die Weinkeller von Ilok waren bis 1945 in Hand der Odescalchis – ehe das Weingut unter Tito im sozialistischen Jugoslawien verstaatlicht wurde.

Früher in staatlicher, heute in privater Hand

Der Sozialismus legte bei der Weinproduktion eher Wert auf Masse, statt auf Klasse: 1970 kamen neue Weinkeller in Ilok hinzu, die zur damaligen Genossenschaft PPK Vupik Vukovar gehörten. Die Kapazität lag bei zehn Millionen Litern pro Jahr.

Der blutige Krieg (1991-95) hinterließ auch in Ilok seine blutige Spur und ein Band der Zerstörung.

Dass die alten Kellerweine bis heute erhalten sind, haben sie engagierten Mitarbeitern zu verdanken: Diese zogen im jüngsten Kroatien-Krieg (1991-95) eine Mauer im Weinkeller hoch. Die Mauer ließ die serbischen Besatzer nicht vermuten, dass sich dahinter ein wertvolles Weinlager befinden könnte, schreibt die kroatische Tageszeitung Jutarnji list. Genau genommen sind es mehr als 8800 Flaschen, die heute noch existieren.

Der Osten von Slawonien, darunter Städtchen wie Ilok und Vukovar, wurde erst 1998 politisch wieder in das kroatische Staatsgebiet eingegliedert. Ab dem Folgejahr wurde die Kellerei Iločki podrumi privatwirtschaftlich betrieben, 2003 ging sie im Zuge der Privatisierung mehrheitlich in die Hand von Juraj Mihaljević über, der den Iločki podrumi bis heute vorsteht.

Heute sind die Iločki podrumi ein mittelständisches Unternehmen mit der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (d.d.), heißt es auf der Website. Für die Weinproduktion werden 990 Hektar Weinberge genutzt, davon ist ein Drittel in eigenem Besitz, die übrigen Trauben werden zugekauft. Dieser Ertrag ist ausreichend, um jährlich etwa vier Millionen Liter Wein zu keltern.

Die historischen Alten Weinkeller, Stari podrumi, sind heute – neben der Donau – die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt: Im Restaurant werden üppige Fleischplatten aufgetischt, im dazu gehörigen Hotel Zimmer vermietet. Und das Highlight: Eine Besichtigung jener wertvollen Flaschenweine, die in die Geschichtsbücher eingegangen sind.

Hier ein offizielles Video auf YouTube, das die Weinbauregion Ilok promotet:

Wo gibt es den königlichen Wein aus Ilok?

Wenn Ihr das Hochzeitsgeschenk für Prinz Harry und Meghan Markle auch mal probieren wollt, werdet Ihr in ausgewählten kroatischen Weinhandlungen, in den Weinhandlungen von Iločki podrumi und im Alten Weinkeller in Ilok fündig. Gehobene Restaurants führen die Traminer Beerenauslese 2015 ebenfalls.

Günstigere Sorten, die sich jedoch auch sehen lassen können, gibt es hingegen auch im Supermarkt – etwa den Traminac Principovac Jahrgang 2011, von der nur 10.000 Flaschen gekeltert wurden. Im Gegensatz zu dem „königlichen“ Wein kostet dieser jedoch nur umgerechnet etwa 20 Euro pro Flasche – ein durchaus erschwingliches Vergnügen, um sich einmal (fast) wie ein Royal zu fühlen.

Praktische Informationen zu Ilok

Informationen:

Der Tourismusverband Ilok (Srijem visitor center) hält Broschüren, Karten u.ä. bereit und organisiert Führungen und Weinverkostungen. Es ist im erneuerten barocken Palais Kurija-Brnjaković im Zentrum von Ilok untergebracht. Anschrift: Trg Sv. Ivana Kapistrana 5, Ilok, Tel: +385 32 590 020

Besichtigung der Alten Weinkeller (Stari podrumi) mit Weinprobe, April-Oktober 10-19 Uhr. Voranmeldung erwünscht.

Auf der Website des Tourismusverbandes Ilok gibt es eine Liste mit 17 Weinkellern/Winzern in der näheren Umgebung von Ilok.

Anreise:

Flug nach Osijek (z.B. Direktflug Stuttgart-Osijek mit Eurowings), von dort weiter mit dem Mietwagen (ca. 50 km, 70 Min. Fahrtzeit)

Übernachten:

– Hotel Dunav: direkt am Ufer der Donau, beim Frühstück fällt der Blick aufs Wasser

– Principovac – Landsitz der Familie Odescalchi (Ladanjsko imanje Principovac) von 1864, mit Restaurant (40 Plätze), 6 Zimmern und Golfplatz. Buchung über Iločki podrumi.

– Hotel Stari Podrum: Geräumige Zimmer beim Schloss und Alten Weinkeller

Ausflugsziele in der Umgebung:

Vukovar (35 km), Osijek (70 km), Novi Sad (50 km), Nationalpark Fruška gora/Vojvodina

Events:

Weinlesefest in Ilok (Iločka berba grožđa), Ende August/Anfang September

Internet:

Wer weitere Aktivitäten entlang der Donau plant, sollte unbedingt einen Blick auf die lesenswerte Website danube.travel werfen, die mithilfe Mitteln aus Deutschland und der EU umgesetzt wurde

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(Photo credit Vorschaubild ganz oben: Veronika Wengert)