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Reisen Kroatien

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Urlaub in Kroatien in Corona-Zeiten? Klar, das geht. Vielleicht. Unter Umständen. Gut. Grünes Licht gibt es von meiner Seite aus nicht, aber zumindest orangefarbenes. Wie überall auf der Welt gilt nämlich auch in Kroatien: Maske auf, Menschenmassen meiden, Hände waschen und reichlich Abstand halten – was am Strand oder in engen Altstadtgassen natürlich zur Herausforderung werden kann. Wer sich für einen Urlaub in Kroatien zu Corona-Zeiten entscheidet, sollte daher unbedingt einige Dinge beachten.

Gut zu wissen: Sobe heißt Zimmer. Privatvermieter freuen sich derzeit ganz besonders über Buchungen, um finanziell über den Winter zu kommen (Foto: Veronika Wengert)

Auf kulante Stornoregelung achten

Alles beginnt mit der Buchung: Wählt im Idealfall ein Hotel oder eine Unterkunft mit einer kulanten Stornoregelung aus. Die Option „kein Geld zurück“ ist zwar günstiger und freut zwar den Geldbeutel, doch „falls wirklich was sein sollte“ wird das schnell zur Geldfalle. Dann schaut man in die buchstäbliche Röhre und die gesamte Zahlung an die Unterkunft ist futsch. Das gilt auch für Zug- oder Bustickets: Flexible Tickets sind zwar teurer, lassen sich jedoch umtauschen (gegen Gebühr).

Es muss nicht immer direkt am Meer sein

Je mehr Menschen aufeinander treffen, umso größer ist das Risiko einer Corona-Infektion. Das solltet ihr bei der Buchung einer Unterkunft in Kroatien nicht vergessen! Wie wäre es daher in diesem Jahr mit einem Urlaubsziel, dass ihr bislang noch nicht auf dem Schirm hattet? Im Landesinnern von Istrien gibt es wunderbare touristische Bauernhöfe (agroturizam) oder gar Villen mit Pool, die man alleine nutzt. Kennt ihr das Bergland Gorski kotar? Da ist es im Hochsommer angenehm kühl, es gibt Winnetou-Drehorte (Rosswell City), den Bajer-See und durch den Nationalpark Risnjak lässt es sich auch mit Kindern ganz entspannt Wandern. Im Hinterland von Novi Vinodolski könnt ihr sogar freilebende Wildpferde beobachten und die schönsten Aussichtspunkte abfahren. Der Vorteil: An all diesen Orten sind viel weniger Urlauber als an der Küste unterwegs. Und falls ihr doch mal ans Meer wollt: Die Fahrt dauert höchstens eine Stunde (ok, plus Parkplatzsuche).

Im Hinterland von Novi Vinodolski ist es wunderbar ruhig – und ihr habt das Meer trotzdem im Blick (Foto: Veronika Wengert)

Privatvermieter brauchen euch

Denkt auch an die Privatvermieter, die von der Corona-Pandemie betroffen sind: Die meisten konnten ihre Privatzimmer und Apartments erst ab Mitte Juni/Anfang Juli vermieten. Dann kamen die ersten Touristen aus der EU wieder. Normalerweise beginnt die Saison in Kroatien schon an Ostern. Den Privatvermietern bleiben jetzt nur noch wenige Wochen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, der über den Winter reichen muss. Private Unterkünfte haben einen Vorteil: Oft haben sie nur ganz wenige Zimmer oder Apartments, manchmal nur ein oder zwei. Entsprechend trifft man auch kaum andere Gäste – ein Plus in Corona-Zeiten!

Hochzeiten als Corona-Hotspots in Kroatien

Eine offizielle Reisewarnung der Bundesregierung für das EU-Land Kroatien gibt es derzeit nicht (Stand: Anfang August 2020). Da die Zahl der Neuinfizierten in den vergangenen Wochen jedoch angestiegen ist, müsst ihr die Situation natürlich im Auge behalten und euch unbedingt vor der Abreise über die aktuelle Situation informieren! Klickt dazu auf die Corona-Webseite der kroatischen Regierung (auf Englisch), mit allen wichtigen Telefonnummern und Zahl der Corona-Infizierten in Kroatien. Da gab es Nachtklubs in Zagreb (die wieder geschlossen wurden), private Hochzeiten, ein Kloster in Slawonien oder im Juni ein gar internationales Tennisturnier in Zadar. Alles Orte, die sich später auf der gern zitierten Liste der „Corona-Hotspots in Kroatien“ wiederfanden. Vereinzelt haben sich auch Ausländer angesteckt, das bleibt natürlich nicht aus.

Maskenpflicht in Kroatien

Unbedingt in den Koffer gehört eine Mund-Nasen-Schutzmaske, ohne die man in Kroatien nicht in öffentliche Verkehrsmittel kommt. Also keine Busfahrt vom Hotel zum Stadtbummel ohne Maske! Auch auf Fähren oder in der Zagreber Tram/Straßenbahn müsst ihr eine Maske tragen, in Geschäften ebenso. Wer keine Stoffmasken bei der Sommerhitze verträgt, sollte es mit Einwegmasken aus Vlies versuchen. In öffentlichen Verkehrsmitteln (wo man doch einige Zeit neben dem Sitz- oder Stehnachbar verbringt) greife ich gerne zu FFP2-Masken. Damit lässt es sich auch längere Zeit gut atmen.

Staus bei der Einreise nach Kroatien

Was für eine Reise nach Kroatien spricht: Von Süddeutschland oder Österreich ist man in nur wenigen Stunden in Istrien oder in der Kvarner-Bucht. Das heißt, dass man auch recht spontan mit dem Auto nach Kroatien fahren kann. Und das tun derzeit nicht wenige Urlauber. Vergangenen Samstag mussten Autofahrer bei der Einreise nach Slowenien bis zu drei Stunden vor dem Karawankentunnel warten (Informiert euch auf der Seite des Kroatischen Autoklubs HAK). Samstag ist klassischer Bettenwechsel, da ist ohnehin immer viel los auf kroatischen Straßen. Denkt daran, dass ihr ein Formular für die Einreise nach Kroatien ausfüllen müsst, dann geht es an der Grenze schneller. Das Formular findet ihr hier auch auf Deutsch.

Die Kamačnik-Schlucht ist ein tolles und nicht allzu überlaufenes Wanderziel in der Bergregion Gorski kotar (Foto: Veronika Wengert)

Schleichwege durchs Hinterland?

Wie sieht es mit Abkürzungen und Schleichwegen bei der Anreise aus? Etwa über Italien? Lieber nicht! Wer einen so genannten „kleinen Grenzübergang“ nehmen möchte, etwa von Italien nach Slowenien (z.B. Miren-Kostanjevica bei Nova Gorica) darf das nur, wenn er einen italienischen oder slowenischen Pass hat. Für alle anderen gilt: Ab zu den großen, internationalen Grenzübergängen! Entlang der slowenischen Küstenstraße, wo es sich gerne staut, lohnt sich das Abbiegen auch nicht: Viele Ortschaften sind den Durchgangsverkehr gesperrt – ich wurde vor kurzem kontrolliert, als ich von der slowenischen Küstenstraße ins Dörfchen Padna im Hinterland abzweigen wollte (allerdings um es zu besuchen, nicht um eine kürzere Strecke zu nehmen).

Abstand am Strand in Corona-Zeiten

Natürlich gehört Abstand überall dazu – und ich muss zugeben, dass das an den teils sehr kleinen Stränden manchmal wirklich zur Herausforderung werden kann. Ein Tipp: Meidet Samstage und Sonntage, da fahren auch viele Kroaten an die Küste zum Baden. Und sucht euch weitläufige Bademöglichkeiten, etwa im Naturpark Premantura, am Südzipfel von Istrien. Geht früh oder spät am Nachmittag an den Strand, bei der Hitze könnt ihr auch morgens um acht Uhr schon prima Baden. Nutzt die Mittagshitze in den kühlen Museen, etwa in Rijeka (Europäische Kulturhauptstadt 2020!), Zadar oder Split oder zu einer Wanderung im Wald, etwa auf dem wunderbar schattigen Wanderweg von Rabac nach Labin, falls ihr in Istrien unterwegs seid.

So leer wie am Stadtstrand von Novigrad ist es nicht immer (Foto: Veronika Wengert)

Desinfektionsmittel gibt es überall

Einen Spender mit Desinfektionsmittel findet ihr derzeit vor jeder Bäckerei, jedem Café oder Geschäft, überraschend oft und eigentlich noch häufiger als bei uns. Wer kein Desinfektionsmittel dabei hat, wird hier also fündig. Selbstverständlich bekommt ihr auch in Drogeriemärkten und Apotheken in Kroatien Desinfektionsmittel, Masken und Co.

Freiwillige Corona-Tests bei der Rückkehr

Informiert euch, wo ihr euch testen lassen könnt bei der Rückreise nach Deutschland, z.B. an der Raststation Walserberg. Der ADAC hält dazu aktuelle Informationen bereit.